Bericht zur wissenschaftlichen und technologischen Leistungsfähigkeit Österreichs

In ihrem Ministerratsvortrag vom 9. September 2010 hat die Bundesregierung den Rat für Forschung und Technologieentwicklung mit der Aufgabe betraut, einen jährlichen Bericht zur wissenschaftlichen und technologischen Leistungsfähigkeit Österreichs zu erstellen. Der Bericht wird jährlich zusammen mit dem Forschungs- und Technologiebericht an den Nationalrat übermittelt. Der erste Bericht wurde im Juni 2012 präsentiert.

Die aktuellen Berichte stehen auf der folgenden Seite zum Download zur Verfügung - Leistungsberichte.

Weitere inhaltliche Auskünfte erhalten Sie von Johannes Gadner.

 

Interaktive Darstellung der Performance Österreichs

Um die Performance Österreichs im internationalen Vergleich und die Fortschritte bei der Zielerreichung der FTI-Strategie darzustellen, bedient sich der Rat eines umfangreichen Indikatoren-Sets. Es beinhaltet 73 Indikatoren, die jeweils relevante Leistungsaspekte und die Zielsetzungen der FTI-Strategie abbilden. Die Indikatoren basieren auf international verwendeten Klassifikationen von OECD, Eurostat etc. und entsprechenden Datenbeständen.

Auf der folgenden Seite wird die Entwicklung Österreichs in Relation zu den führenden Innovationsnationen (Deutschland, Finnland, Dänemark und Schweden) interaktiv dargestellt. Dazu ist der Start-Button in der Chart-Steuerung zu aktivieren. Daneben lässt sich jeder Einzelindikator gesondert betrachten, indem man ihn anklickt. Dann folgt eine Darstellung der Entwicklung Österreichs für den ausgewählten Indikator im Vergleich zu den Innovation Leaders in Form eines Liniendiagramms. Im Menü oberhalb der Charts kann zwischen sechs Themenbereichen ausgewählt werden.

Link zur interaktiven Darstellung der Performance Österreichs

 

Erläuterung zur Interpretation der Chartdarstellungen

Die Indikatoren werden nach ihrer Entfernung zum Ziel (Zielabstand) und ihrer Zielerreichungschance dargestellt. Der Zielabstand bildet den österreichischen Istwert ab. Er zeigt das Verhältnis bzw. den Abstand des letztverfügbaren österreichischen Werts zum national gesetzten Ziel laut FTI-Strategie bzw. Education and Training-2020 . Wenn es kein nationales Ziel gibt, wird als Ziel der letztverfügbare Durchschnittswert der derzeitigen vier Innovation Leaders Deutschland, Finnland, Dänemark und Schweden ("Innovation Leaders Istwert") herangezogen.  Dies deswegen, weil das Aufschließen Österreichs zu den Innovation Leaders ein prioritäres Ziel der FTI-Strategie darstellt.

Alle Indikatoren sind in die gleiche Richtung zu interpretieren, d.h. Werte über 100 signalisieren eine Zielerreichung, Werte unter 100 einen entsprechenden Abstand zum Ziel.  Der Zielabstand sagt etwas über den Niveauunterschied zum Ziel aus - über die derzeitige Performance Österreichs, nicht aber über die für die Zielerreichung notwendigen Veränderungen bzw. Dynamik. So könnte sich ein Indikator, der derzeit nur knapp unter Ziel liegt, aufgrund einer negativen Dynamik wieder verschlechtern. Anders gesagt ermöglicht der ausschließliche Vergleich der Zielabstände keine Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung.

Aus diesem Grund wurde als zweite Dimension der indikatorenbasierten Darstellung die Zielerreichungschance gewählt: Sie zeigt, ob das vergangene Wachstum des Indikators für die Zielerreichung ausreichend ist. Sie ist das Verhältnis der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate der Vergangenheit zur für die Zielerreichung notwendigen Wachstumsrate (unter einer "business as usual" Annahme, d.h. alles läuft so weiter wie bisher). Als Zielwert für die Wachstumsberechnung wird für den Fall, dass es kein nationales Ziel gibt, nicht der Istwert der Innovation Leaders, sondern der Projektionswert für das Jahr 2020 herangezogen. Dieser wird auf Basis der durchschnittlichen Wachstumsraten der Vergangenheit ermittelt. 

Eine Zielerreichungschance über 100 bedeutet, dass das Wachstum in der Vergangenheit über dem für die Zielerreichung notwendigen Wachstum gelegen hat. Entsprechend hoch sollte die Chance für die Zielerreichung im Jahr 2020 sein. Liegt der Wert unter 100, lässt die vergangene Dynamik ein Verfehlen des Ziels befürchten. 

Insgesamt ist zu betonen, dass diese Berechnungen auf den durchschnittlichen Wachstumsraten der Vergangenheit beruhen. Sie stellen daher keine auf Annahmen beruhende Prognose dar, sondern veranschaulichen die Entwicklung unter der Voraussetzung, dass alles so weiterläuft wie bisher. Die Ergebnisse werden sich mit dem Wachstumsverlauf der nächsten Jahre ändern und fließen in die regelmäßige Aktualisierung der Darstellungen ein. Sie sind wie alle Berechnungen mit der gebotenen Vorsicht zu interpretieren, ergeben aber jedenfalls ein grobes Bild der Dynamik in den einzelnen Zielsetzungen, von dem auf prioritäre Handlungsfelder geschlossen werden kann.

Nähere Information dazu erhalten Sie von Johannes Gadner.