Forschung und Innovation für und in der Gesellschaft

Forschung und Innovation für und in der Gesellschaft

Forschung und Innovation sind kein Selbstzweck. Ziel ist der Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Dies erfordert wiederum eine stärkere Einbindung der Gesellschaft selbst, die dieses Interesse wiederum an die Politik kommuniziert.

Frühförderung

In Österreich besteht Mangel an Humankapital in einigen naturwissenschaftlichen Fächern und in den technischen Berufen. Sowohl Männer, vor allem aber Frauen, wählen diese Fächer zu selten, wobei alle Bereiche - vom Facharbeiter bis zum Akademiker - betroffen sind.

Aufgrund der demografischen Entwicklung (verstärkte Migrationsbewegungen) wäre es zudem sinnvoll, durch entsprechende Frühförderung speziell auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu integrieren. Die PISA-Studien der vergangenen Jahre zeigen beispielsweise, dass hierzulande die durchschnittlichen Leseleistungen von SchülerInnen mit Migrationshintergrund deutlich hinter jenen von SchülerInnen ohne Migrationshintergrund zurückliegen, während dies in anderen Staaten nicht in diesem Ausmaß zu beobachten ist.

Daher werden in einer Studie internationale Best Practice Modelle der Integration durch Bildung sowie der naturwissenschaftlich/technischen Förderung eruiert und analysiert, um sie im Anschluss auch auf ihre Tauglichkeit für Österreich prüfen zu können.

Innovationsorientierung und Wissensumsetzung

Empfehlungen zur stärkeren Berücksichtigung wirtschaftlicher und unternehmerischer Inhalte ("Entrepreneurship") im Rahmen der primären und sekundären Ausbildung sowie zur Verankerung von Rollenvorbildern im Rahmen der tertiären Ausbildung.

Bereits im frühkindlichen Alter und weit bis in die berufliche Ausbildung hinein, sollten Unternehmertum und wirtschaftliches Denken selbstverständliche Lerninhalte sein. Zentrales Element ist auch die Etablierung einer Kultur des Scheiterns mit entsprechender Honorierung der dabei gemachten Lernerfahrungen. Anreizsysteme sind zurzeit so gestaltet, dass Misserfolg bestraft und nicht als Lernerfahrung angesehen wird. Unternehmertum und das damit verbundene Risiko muss mehr Wertschätzung erfahren. Zur erforderlichen Bewusstseinsänderung in der Gesellschaft, bedarf es eines breiten, flächendeckenden Ansatzes über alle wesentlichen Akteure und Maßnahmen hinweg, der in allen Lebensbereichen verankert werden sollte.

Die mit dem Unternehmertum verbundenen Vorurteile müssen durch gezielte Information und Präsentation von Good Practice Beispielen abgebaut werden. Unternehmerpersönlichkeiten und Vorbilder sollten stärker in den medialen Vordergrund gestellt werden.

Neben einer Erhebung des Status-quo an Entrepreneurship Inhalten im österreichischen Bildungssystem ist auch eine Erhebung internationaler Best Practices im Rahmen einer Studie vorzunehmen. Weiterführende Empfehlungen sind denkbar.

Public Engagement inkl. Lange Nacht der Forschung

Im Aktionsplan des BMWFW wird dem Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft eine eigene Aktionslinie gewidmet. Der RFTE hat sich in den letzten Jahren verstärkt für die Wissenschaftskommunikation eingesetzt und bspw. aktiv bei der Koordination der Langen Nacht der Forschung mitgewirkt. Die thematische Erweiterung auf die Bereiche Citizen Science und Responsible Science erscheint angesichts der im Aktionsplan genannten Schwerpunktsetzungen zielführend, um hier ergänzend einen Beitrag für das FTI System leisten zu können.

Der Rat kann hier neben eigenen Erhebungen und Studien, Analysen und Maßnahmen auch durch den Austausch von Informationen in der Ebene der Intermediären einen wesentlichen Multiplikatoreffekt generieren und so zur Etablierung von oben genannten Themen beitragen. Die erste Phase einer zweistufige Studie ist in Umsetzung. Entsprechende Plattformen und Veranstaltungen sind abzustimmen.

Die Lange Nacht der Forschung findet in allen Bundesländern und zweijährig statt, die letzte am 22.4.2016. Dabei erfolgt die finanzielle Abwicklung der bundesweiten Maßnahmen durch die FFG und die inhaltliche Betreuung durch den RFTE gemeinsam mit einer Agentur. Die VertreterInnen der Bundesländer sind für die operative Umsetzung in den Regionen zuständig. Sie wickeln in Abstimmung mit der FFG und dem RFTE die administrativen Maßnahmen in ihrem Zuständigkeitsbereich unter Verwendung eigener Mittel des jeweiligen Bundeslandes für eine erfolgreiche Veranstaltung ab.

Reflexionsgespräche finden jeweils nach der Veranstaltung statt. Die nächste LNF findet am 13.4.2018 statt.

Im Jahr 2015 wurde eine Impactanalyse im Auftrag des Rates von zbc³ durchgeführt, die in weiten Bereichen die Abwicklung als zielführend und für die Beteiligten zufriedenstellend beschrieben hat. "

 

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