Podiumsdiskussion Innovationsstandort Österreich
2014-11-11 15:14

Podiumsdiskussion Innovationsstandort Österreich

Im Rahmen einer vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung gemeinsam mit der Bank Austria organisierten Veranstaltung wurde am 4.11.2014 diskutiert, welche Maßnahmen und Entwicklungen notwendig sind, um Österreich – wie in der Strategie für Forschung, Technologie und Innovation der Bundesregierung dargelegt - wieder zu einer führenden Forschungs- und Entwicklungsnation zu machen.

 

In seiner Keynote betonte Julian Nida-Rümelin, Professor für Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und deutscher Staatsminister a.D., die Bedeutung der Bildung für nationale Innovationssysteme. Seiner Meinung nach brauche es wieder mehr Freiräume, um kreatives Denken und Handeln zu ermöglichen. Diese gingen durch den heutigen Normierungsdruck in unserer Gesellschaft und vor allem im Bildungssystem zunehmend verloren, was zu einem Verlust an Kreativität führe. Diese sei aber Voraussetzung für Innovation. Kritisch äußerte sich Nida-Rümelin daher auch zum Bologna-Prozess, da die Verschulung des Studiums nicht dem selbständigen Denken diene – was aber das eigentliche Ziel einer universitären Ausbildung sein sollte. Eine Lanze brach Nida-Rümelin auch für die berufliche Bildung: Das duale System sei eine Stärke des österreichischen, deutschen und schweizerischen Berufsbildungssystems und solle nicht leichtfertig aufgegeben werden. Für Innovationen brauche es nämlich nicht nur WissenschaftlerInnen, sondern eben auch Fachkräfte und TechnikerInnen.

 

Auf die Bedeutung der Triade „Bildung, Forschung und Innovation“ als strategische Schlüsselfaktoren zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen und zum Erhalt unseres Wohlstandes hatte auch Staatssekretär Harald Mahrer vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft in seiner Einleitung zur Veranstaltung hingewiesen. Mit eindrücklichen Worten unterstrich er, dass ein umfassender, durch die Digitale Revolution verursachter wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Strukturwandel bevorstehe, auf den weder unser Land noch Europa wirklich vorbereitet seien. Er unterstrich aber auch die Vielzahl neuer Möglichkeiten, die ein solcher Umbruch mit sich bringe.

 

Auf die dringend notwendige Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Investitionen in Forschung und Innovation hatte bereits Willibald Cernko, Vorstandsvorsitzender der Bank Austria, in seinen Begrüßungsworten hingewiesen. Klassische Bankkredite seien aufgrund der immer strenger werdenden regulatorischen Vorgaben kein geeignetes Finanzierungsinstrument für Start-Up-Unternehmen und alternative Kapitalquellen wie Crowdfunding und Risikokapital steckten in Europa noch in den Kinderschuhen. Daher seien gezielte Schritte erforderlich, um Investitionen in Zukunftsbereiche gezielt zu erleichtern und steuerlich zu begünstigen.

 

Diesen Gedanken aufgreifend mahnte auch Hannes Androsch, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, dringend Maßnahmen ein, die Zukunft wieder aktiver zu gestalten und diese Gestaltung auch zu finanzieren. Um nämlich weiterhin wettbewerbsfähig bleiben zu können, brauche es Innovationen, diese brauchten Forschung und Forschung wiederum brauche gebildete Menschen, wofür letztlich ein entsprechendes Bildungssystem erforderlich sei. Diesen Gedanken aufgreifend mahnte auch Hannes Androsch, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, dringend Maßnahmen ein, die Zukunft wieder aktiver zu gestalten und diese Gestaltung auch zu finanzieren. Um nämlich weiterhin wettbewerbsfähig bleiben zu können, brauche es Innovationen, diese brauchten Forschung und Forschung wiederum brauche gebildete Menschen, wofür letztlich ein entsprechendes Bildungssystem erforderlich sei.

 

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Karl Aiginger (WIFO), Pascal Ehrenfreund (FWF), Eva Prieschl-Grassauer (Marinomed), Anton Zeilinger (ÖAW), Julian Nida-Rümelin und Hannes Androsch wurde vor diesem Hintergrund hinterfragt, welchen gesellschaftlichen Auftrag etablierte Forschungsinstitutionen wie die Universitäten haben können und welche Rolle der freien Wirtschaft zukommt. Einig war man sich über die herausragende Bedeutung von Bildung, Forschung und Innovation, nicht immer jedoch über den aktuellen Stand Österreichs auf seinem Weg zu einem Innovation Leader.

 

Programm

Veranstaltung „Innovationsstandort Österreich“
4. November 2014, Oktogon der Bank Austria, 1010 Wien

 

Begrüßung
Willibald Cernko, Vorsitzender des Vorstandes der Bank Austria
Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung

Einleitung
Dr. Harald Mahrer
Staatssekretär im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

Keynote
„Wie Welche Bildung brauchen wir? Über die Wichtigkeit von Innovation für eine moderne Gesellschaft und die Frage wie diese nachhaltig etabliert werden kann.“
Prof. Dr. Julian Nida Rümelin
Professor für Philosophie an der Ludwig Maximilians Universität München
Staatsminister a.D.

Podiumsdiskussion
„Wie weit ist es noch bis zum Innovation-Leader? Bestandsaufnahme und Meilensteine."

Prof. Dr. Karl Aiginger, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung
Dr. Hannes Androsch, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung
Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund, Präsidentin des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Österreich
Dr. Eva Prieschl-Grassauer, Geschäftsführerin, Gesellschafterin und CSO von Marinomed Biotechnologie GmbH
Prof. Dr. Julian Nida Rümelin, Professor für Philosophie an der Ludwig Maximilians Universität München, Staatsminister a.D.
Prof. Dr. Anton Zeilinger, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Moderation: Mag. Hanna Kordik, Die Presse

 

Unterlagen

Power Point Folien von Prof. Julian Nida-Rümelin

Hier können Sie die vollständige Pressemitteilung zur Veranstaltung herunterladen.

 

Für Rückfragen und weiterführende Informationen seitens der Geschäftsstelle des Rates wenden Sie sich bitte an Johannes Gadner

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