Start der Diskussionsplattform "Forschungsinfrastruktur"
2011-08-25 15:44

Start der Diskussionsplattform "Forschungsinfrastruktur"

Rat für Forschung und Technologieentwicklung startete am 25. August 2011 im Internet eine Diskussionsplattform zum Thema „Forschungsinfrastruktur“

Alpbach/Wien, 25. August 2011: Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung stellte seine webbasierte „Plattform Forschungsinfrastruktur“ (www.forschungsinfrastruktur.at) an den Technologietagen in Alpbach vor und eröffnete die Diskussion online!
Ziel dieser Initiative ist es, österreichweit sowohl eine effizientere Nutzung als auch einen künftig stärker koordinierten Ausbau der Forschungsinfrastruktur zu ermöglichen. „Mit Hilfe der Plattform wird es möglich sein, sich einen besseren Überblick über geplante Projekte zu verschaffen und frühzeitig Kooperationen zu fördern“, erläutert Rektor Univ.-Prof. Dr. Skalicky, stellvertretender Vorsitzender des Forschungsrates.
Dr. Karin Schaupp, Unternehmensberaterin und Mitglied des Forschungsrates, ergänzt: „Durch die mittels der Plattform ermöglichte Transparenz können künftig jene Best Practice Modelle leichter definiert und präsentiert werden, die für den Aufbau und den Betrieb von Großforschungsinfrastrukturen beispielgebend sind.“
Zur Realisierung dieser Ziele werden die Resultate und Ergebnisse einer vom Forschungsrat beauftragten Studie (durchgeführt von Austin, Pock & Partners) sowie eines im Mai d.J. abgehaltenen Workshops mit Hilfe von Web 2.0-Technologien einer größeren Community zur Diskussion gestellt.Die Ergebnisse dieses Konsultationsprozesses sollen dann in zukünftige Planungen einfließen und werden auch in Form einer Publikation vom Forschungsrat zur Verfügung gestellt werden.
Langfristig könnte die Web-Plattform die Planungen der handelnden Organisationen effizient unterstützen und Kooperationen hinsichtlich der Nutzung vorhandener Forschungsinfrastrukturen fördern. Zudem kann sie als Basis für Entscheidungen betreffend Errichtung bzw. Ausbau von überregionalen und nationalen Forschungs-infrastrukturen dienen. Der Forschungsrat wird daher regelmäßige Abstimmungsgespräche der wesentlichen Akteure initiieren, und bietet künftig dazu den unterschiedlichen Organisationen bzw. deren VertreterInnen diese
Plattform an.


Sinnvoller Ausbau und effiziente Nutzung der Forschungsinfrastruktur brauchen künftig bessere Koordination

Auf Basis einer vom Forschungsrat beauftragten Erhebung der österreichischen Forschungsinfrastruktur stellt sich die österreichische Situation im Bereich der Forschungsinfrastruktur derzeit folgendermaßen dar:

· 63% aller erhobenen Forschungsinfrastrukturen sind den Hochschulen zuzuordnen.
· Die thematischen Schwerpunkte „Life Sciences“, „Nano- und Materialwissenschaften“ sowie „Umwelt, Energie und
Nachhaltigkeit“ stellen 53% aller im Rahmen der Studie genannten
Forschungsinfrastrukturen.
· Forschungsinfrastrukturen konzentrieren sich auf Universitäts- und Industriestandorte.
· 54% der genannten bestehenden Forschungsinfrastruktur wurde in den vergangenen fünf Jahren angeschafft bzw. in Betrieb genommen.
· Mehr als die Hälfte aller genannten bestehenden Forschungsinfrastrukturen weist Anschaffungskosten von <500
EUR auf.
· Mehr als die Hälfte der Forschungsinfrastruktur wird zu einem überwiegenden Teil (80-100%) öffentlich finanziert.

· 75% der Forschungsinfrastrukturen werden organisationsintern
genutzt.
· Der Bedarf für neue Investitionen und Erweiterungen im Zeitraum 2010 – 2014 liegt bei den erhobenen Organisationen bei ca. 250 Mio € jährlich und betrifft zu ca. 60% die öffentliche Finanzierung.

 

Dieser Befund lässt erkennen, dass verbesserte Planung und ein effizienter Einsatz der für Forschungsinfrastruktur vorhandenen Finanzmittel nur durch entsprechende Koordination von Forschungsinfrastruktur-Vorhaben
zwischen den unterschiedlichen Organisationen erreicht werden kann. Zur besseren Planbarkeit gehören aber auch langfristige Investitionszusagen, die alle Kostenfaktoren über den gesamten „Lebenszyklus“ miteinschließen.
Fazit von Skalicky: „Um unsere Forschung auf internationalem Standard halten zu können, braucht es neben neuer Finanzierungsmodelle vor allem erhöhte Koordinations- und Kooperationsbereitschaft. Hier wird die Plattform Forschungsinfrastruktur einen wesentlichen Beitrag leisten können“.

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