Vorsitzender des Forschungsrates fordert "Finnlandisierung"
2011-11-03 15:38

Vorsitzender des Forschungsrates fordert "Finnlandisierung"

Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung und die Tageszeitung "Die Presse" luden zur Veranstaltung "Bildung in Österreich: Spielball der Politik 

Wien, am 3. November 2011 - "Das österreichische Bildungssystem muss dringend reformiert werden, und Finnland kann und sollte uns dabei in vielen Punkten als Vorbild dienen", erklärte der Vorsitzende des Rates für Forschung und Technologieentwicklung und Mit-Initiator des Volksbegehrens Bildungsinitiative (VBBI), Dr. Hannes Androsch, im Rahmen der Veranstaltung "Bildung in Österreich: Spielball der Politik" am 2. November in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Warum Finnland diese Vorbildfunktion einnehmen kann, zeigte sich im Vortrag des finnischen Bildungsexperten und nationalen PISA-Verantwortlichen, Prof. Dr. Jouni Välijärvi. In seiner Key-Note zum Thema "Challenges for Education Policy in the 21st Century" ging er nach einem ausführlichen Vergleich der jüngsten PISA-Ergebnisse österreichischer und finnischer SchülerInnen auf die Unterschiede in den Schulsystemen dieser beiden Länder ein. Wichtigste Aussage:

Bildung ist nicht nur, aber sehr stark mit der Fähigkeit zum sinnerfassenden Lesen verbunden. Gerade hier müssen demnach besondere Anstrengungen gemacht werden.

Hochkarätige Diskussionsrunde einig in der Notwendigkeit von Reformen 

In der nachfolgenden Diskussionsrunde, die neben Hannes Androsch und Jouni Välijärvi auch Univ.-Prof. Dr. Christiane Spiel von der Universität Wien und Mag. Edeltraud Stiftinger von Siemens AG Österreich umfasste, war man sich über die dringende Notwendigkeit einer grundlegenden Reform des österreichischen Bildungssystems einig. Besonderen Schwerpunkt der Diskussion nahm dabei die Frage ein, wie künftig sichergestellt werden könnte, dass der Zugang zu Bildung in Österreich nicht mehr abhängig ist von der sozialen Stellung der Eltern, sondern einzig und allein von Talent, Intelligenz und Engagement eines Schülers bzw. einer Schülerin. Folgende Punkte wurden dabei immer wieder genannt: Ganztagsschule, gemeinsame Schule bis zum 15. Lebensjahr und Schulautonomie, verbunden mit bestmöglicher LehrerInnen- bzw. PädagogInnenausbildung.
Die Veranstaltung fand am Vorabend zum Beginn der Eintragungswoche des Volksbegehrens Bildungsinitiative (3.-10. November 2011) statt.

Die TeilnehmerInnen am Podium in alphabetischer Reihenfolge:

  • Dr. Hannes Androsch (Industrieller, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung und Mit-Initiator des Volksbegehrens Bildungsinitiative)
  • Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel (Institut für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation, Universität Wien)
  • Mag. Edeltraud Stiftinger (Leiterin des Corporate Innovation Center der Siemens AG Österreich) 
    Prof. Dr. Jouni Välijärvi (Direktor des Finnischen Instituts für Bildungsforschung der Universität Jyväskylä und nationaler PISA-Experte)
  • Diskussionsleitung und Moderation: DI Martin Kugler (Die Presse)

 

Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltung „Bildung in Österreich: Spielball der Politik?

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