Empfehlung für einen Sense of Urgency in Österreichs FTI-Politik
2021-11-10 09:05

Empfehlung für einen Sense of Urgency in Österreichs FTI-Politik

Der RFTE ruft zu mehr Dringlichkeit auf, um Österreichs FTI-System leistungsfähiger und effizienter zu machen – sonst droht die Gefahr, dass der zunehmende Rückstand uneinholbar wird und neue Chancen nicht bestmöglich genutzt werden können.

Ob geopolitische Verschiebungen, der Klimawandel oder die digitale Transformation – das Tempo der tiefgreifenden Umbrüche, und damit die Dringlichkeit zu agieren, nimmt weiter zu und erreicht jeden Bereich unseres Lebens. Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft ebenso wie Gesellschaft und Politik stehen vor systemischen Herausforderungen, die jetzt entsprechend systemisch effektive Antworten erfordern. Und das rasch.

Bereits im Bericht zur wissenschaftlichen und technologischen Leistungsfähigkeit Österreichs 2021 und zuletzt in seiner Empfehlung für eine Neuausrichtung der österreichischen Industriepolitik forderte der Rat konkrete Maßnahmen und ambitionierte Umsetzungsaktivitäten, um die Ziele der FTI-Strategie 2030 auch tatsächlich erreichen und Zukunftschancen nutzen zu können.

Nun verabschiedeten die Ratsmitglieder ihre Empfehlung, diese Aktivitäten angesichts der immer sichtbarer werdenden systemischen Veränderungen dringlichkeitsbewusst und mit höchster Priorität zu verfolgen. “„Die Dringlichkeit ist unübersehbar und ein Sense of Urgency ist notwendig, um die Strategien effizienter und schneller umzusetzen“”, unterstreicht die Ratsvorsitzende Klara Sekanina die Forderung des Rats.

Für eine strategisch intelligente Neujustierung des Gesamtsystems

Der stattfindende fundamentale Wandel wird nicht mit den bestehenden Prozessen und Rollenverständnissen in der österreichischen FTI-Politik zu bewältigen sein. “„Er erfordert eine strategisch intelligente Neujustierung des Gesamtsystems. Diese muss jetzt von allen Akteuren aktiv und mit hoher Dringlichkeit vorangetrieben werden. Für Mutlosigkeit fehlt uns die Zeit“”, so die stellvertretende Ratsvorsitzende Sabine Herlitschka.

In seiner Empfehlung „Sense of Urgency in der FTI-Politik“ formuliert der Rat handlungsleitende Strategien, die dringend und mit höchster Priorität verfolgt werden müssen. Dazu zählen die Erreichung einer kritischen Größe der KI-Kompetenz und die Bündelung vorhandener Kompetenzen im Umfeld der Quantentechnologien ebenso wie strategisch intelligentes Technologiescouting und Souveränitätsmonitoring.

Großes Augenmerk muss zudem auf die Vermeidung eines Fachkräftemangels gelegt werden: Mit kompetenzorientiertem Unterricht und der Vermittlung von 21st Century Skills im Bildungssystem kann eine chancen- und zukunftsgerechtere Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefördert werden.

Auch die Hochschulen sind gefordert, neue Wege zu gehen, um Studierende bestmöglich auf die Herausforderungen in Forschung und Berufswelt vorzubereiten und hochqualifizierte Fachkräfte auszubilden. Dazu bedarf es einer Modernisierung der Hochschulen: Kreativität und Veränderungsbereitschaft – etwa in der Gestaltung von Studiencurricula, der Stärkung transversaler Kompetenzen oder in der Weiterentwicklung digitaler Technologien in Wissenschaft und Lehre – sind verstärkt einzufordern.

Im Bereich Entrepreneurship braucht Österreich einen großzügig dotierten Dachfonds, um heimischen innovationsbasierten Start-ups und Spin-offs die Skalierung und damit die Chance zu ermöglichen, zu Champions und Weltmarktführern zu werden.

Zwar sieht der Rat insbesondere in diesen Teilen großen Bedarf für dringlichkeitsgetriebenes Handeln, der Sense of Urgency muss aber alle Bereiche des FTI-Systems erfassen. “„Es führt kein Weg daran vorbei: Wir müssen rasch handeln, sonst werden wir die Ziele der FTI-Strategie 2030 nicht erreichen. Wenn Österreichs Wettbewerbsfähigkeit weiter sinkt, wird der Rückstand bald uneinholbar“”, warnt Klara Sekanina.

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